Unsere neue Version 2 gibt einmalige Möglichkeiten, um die Route individuell zu beeinflussen. Insbesondere können die Nutzer der Premium-Version (mit Abonnement) nun sehr detailliert einstellen unter welchen Bedingungen eine Straße überquert werden darf.

Ein weiterer Schritt mit dem sich Routago wesentlich von allen anderen Navigationssystemen weltweit abhebt und damit ein weiteres großes Stück zur sicheren Navigation blinder und sehbehinderter Menschen im Straßenverkehr beiträgt. Allerdings bringen die möglichen Einstellungen etwas Komplexität, wir geben daher hier einige Hilfestellungen zum besseren Verständnis.

Wir möchten zunächst darauf hinweisen, dass diese Einstellungen einige Übung und Erfahrung erfordert und zu überraschenden, aber trotzdem korrekten Routen führen können. Es ist auch sehr leicht möglich die Parameter so zu setzen, dass es zu gar keiner Route kommt. Nehmen wir hier nur das Beispiel, dass als Pflichtbedingung ein Straßenübergang nur mit Ampel für eine Route in einem Wohngebiet gesetzt wird, welche damit nur recht selten erfüllbar sein wird. Auf die gleiche Weise können auch Routen mit sehr großen Umwegen erzwungen werden.

In der Titelleiste des Bildschirms „Routen anzeigen“ im mittleren Tab „Individuell“ befindet sich ein Zahnrad-Button (VoiceOver: Individuell-Taste). Über diesen werden die individuellen Einstellungen durchgeführt. Wir haben auf dem Bildschirm bei vielen Einträgen weitere Informationen und Erklärungen hinterlegt, die jeweils über einen Info-Button (VoiceOver: Info-Taste) erreicht werden.

Zunächst gibt es die Einstellungen zu den gewünschten Mindestanforderungen an eine Straßenüberquerung: an welcher Art des Übergangs soll eine Straße überquert werden? Es genügt dabei selbstverständlich nicht, mit nur einer Einstellung zu sagen, dass man immer über eine Ampel geleitet werden möchte, da nicht jede Straßenüberquerung in jeder Verkehrssituation gleich risikoreich ist.

Wir haben daher die Art von Straßen in vier Kategorien zusammengefasst. Wir versuchen hier etwas subjektiv das Risiko der Überquerung anhand des Verkehrsflusses zu modellieren. Das geht nicht mit exakter Wissenschaft, sonst müssten wir eine Unzahl von Schaltern und Wahlmöglichkeiten anbieten.

  1. Straßen fast ohne Verkehr sind die Strassen, auf denen Motorfahrzeuge fahren dürfen, aber es fast nie tun, wie Feldwege oder Sackgassen.
  2. Straßen mit langsamen oder wenig Verkehr sind typischerweise in Wohngebieten
  3. Der durchschnittliche Verkehr ist auf Straßen innerhalb eines Ortes oder Stadt
  4. und schließlich Straßen mit viel oder schnellem Verkehr auf Land- und Bundesstrassen

Zu jeder der vier Kategorien kann festgelegt werden, welche Art der Überquerung mindestens genommen werden soll. Mindestens bedeutet, dass trotzdem der stärker abgesicherte Übergang genommen wird, wenn er nicht zu allzu großen Umwegen führt. Aber es werden immer alle risikoreicheren Straßenquerungen bis zu der gewählten Einstellung auf jeden Fall vermieden. Die Überquerungsarten mit absteigendem Risiko:

  1. Freie Überquerung der Straße an beliebiger Stelle
  2. Fußgängerübergang. Hier stoßen Gehwege oder Fußwege an die Straße und es ist ein Übergang vorgesehen, der markiert oder nicht markiert ist. Es kann also ein Zebrastreifen oder eine Insel vorhanden sein oder nicht. Diese Übergänge können von Autofahrern übersehen werden.
  3. Signalisierter Übergang mit Ampel aber ohne Ton oder Vibration
  4. Gesicherter Übergang mit Ampel und Ton oder Vibration

Wird beispielsweise für den durchschnittlichen Verkehr innerorts „Fußgängerübergang“ eingestellt, so wird ein gesicherter oder ein signalisierter Übergang in der Nähe verwendet und wenn nicht dann ein Fußgängerübergang. Es wird jedoch niemals eine Straße beliebig frei und damit für Autofahrer unerwartet überquert.

Das Konzept hört sich soweit recht nachvollziehbar an, führt aber durchaus zu überraschenden Routen und es ist ohne Detailkenntnisse der Kartengrundlage und der jeweiligen Ausstattung vor Ort nur schwer nachvollziehbar, warum sich die Route so errechnet. Wir empfehlen daher mit sehr lockeren Einstellungen zu beginnen und dann restriktiver zu werden, wenn der berechnete Weg zu risikoreich ist. Die Standard-Einstellungen sind daher von uns als Vorschlag wie folgt eingestellt:

  • Fast ohne Verkehr mit freier Überquerung (Beispiel Feldweg)
  • Mit wenig oder langsamen Verkehr ebenfalls mit freiere Überquerung (Beispiel Wohngebiet)
  • Bei durchschnittlichem Verkehr mit Fußgängerübergang (Beispiel Ortsstrasse). An dieser Stelle kann es sinnvoll sein auf einen mindestens signalisierten Übergang einzustellen, wenn man in einer größeren Stadt eine Route sucht. Eine Vorgabe zu „signalisiert“ führt in kleineren Gemeinden leicht zu langen Umwegen oder gar keinen Routen, einfach weil es zu wenig Ampeln gibt
  • Viel und schnell befahrene Straßen werden in der Standardeinstellung nur mit Ampel überquert

Weitere Einstellmöglichkeiten neben der Straßenüberquerung bieten wir in Version 2.0 an Treppen, Rolltreppen und Fahrstühle zuzulassen oder nicht. Wir haben auch die Einstellung zur „Freien Querung“, also die direkte Überquerung von Plätzen und Fußgängerzonen auf kürzestem Weg, hierher verlegt.

Weiterhin ist einstellbar, welche Oberflächenqualität des benutzten Weges mindestens vorhanden sein muss, um zum Beispiel ganz schlechte Wege damit abzuschalten. Die Oberflächenqualität ist allerdings eine recht persönliche Einschätzung und ist nicht immer vollständig und korrekt in den Kartendaten. Die Oberflächenqualität sollte daher eher nur in speziellen Situationen genutzt werden und sonst auf „Alle“ bleiben. Wir haben die Werkseinstellungen daher so gesetzt.

Die freie Kombination der verschiedenen Einstellmöglichkeiten empfehlen wir ausdrücklich nur dem geübten Anwender. Während es noch einfach ist, Einstellungen für den Fahrstuhl mit den Wünschen der Straßenüberquerung zu kombinieren, führt die Kombination von Straßenüberquerungen mit der gewünschten Oberflächenqualität in manchen Fällen durch Widersprüche zu kaum nachvollziehbaren Routen. So könnte es eine Fußgängerampel geben, die man nutzen möchte, aber der Weg auf der anderen Seite hat nur mittlere Qualität, die man abgeschaltet hat. Als Ergebnis wird dann vielleicht die Straße an einem erlaubten, aber schlechteren Übergang gequert, an dem allerdings der nachfolgende Weg besser ist. Wie erwähnt empfehlen wir die Einstellmöglichkeiten der Oberflächenqualität nur in Einzelfällen strenger zu setzen.

Einen Einfluss hat es auch, wo man die Route haben möchte. In der Stadt wird es eventuell weniger Wege mit nicht asphaltierter Oberfläche und dafür mehr Ampeln geben, als in kleineren Orten. Dafür ist in kleineren Orten meist der Verkehr geringer und damit das Überquerungsrisiko per se geringer. Das bedeutet, dass diese Einstellungen nicht allgemeingültig sein können, sondern von den Verhältnissen am Ort der zu planenden Route abhängig sind.

Wie bereits erwähnt empfehlen wir daher mit Einstellungen mit wenig Beschränkungen auszugehen und dann mit einzelnen Einstellungen Stück für Stück restriktiver zu werden. Es ist ein wirklich mächtiges Werkzeug, welches mit zunehmender Erfahrung immer besser und verständlicher und damit leichter nutzbar wird.

Bildschirm der Einstellungen zur Individualisierung der Route. Erster Teil.
Bildschirm der Einstellungen zur Individualisierung der Route. Zweiter Teil.